Umdenken, solidarisch handeln und smarte Ideen nutzen – für die (Um-)Welt von morgen: die Pandemie hat einmal mehr aufgezeigt, dass sich die Zukunft der MICE-Branche in Richtung Micro-Events und zu mehr nachhaltigen Lösungen entwickelt. Auch Locations fokussieren sich vermehrt darauf, nachhaltige Events anzubieten. Sprunghaft gewandelt haben sich die Bedürfnisse von Eventplaner:innen an eine Veranstaltungslocation: Flexibilität, transparente und authentische Kommunikation der Werte nach außen und die Priorität auf Nachhaltigkeit haben enorm an Relevanz gewonnen.

Das zeigt auch eine von uns im April 2021 durchgeführte Studie: 62 Prozent von mehr als 2.700 befragten Locations gaben an, dass sie zukünftig versuchen, nachhaltiger zu denken und zu handeln. Anstoß dafür sind die veränderten Anforderungen und Wünsche der Kund:innen, die sich in letzter Zeit offenbart haben. Locations sorgen also vermehrt für Maßnahmen, um nachhaltige Events umzusetzen.

Mit gutem Gewissen veranstalten: Interview mit OutOfOffice

Im ersten Part der Blogreihe Micro Events und Nachhaltigkeit haben wir mit deep dive club-Founder Marcel Abraham gesprochen und sowohl spannende Insights als auch Zukunftsperspektiven zur Thematik erhalten. Nun möchten wir herausfinden, wie sich Locations gegenüber den aktuellen Entwicklungen und zukünftigen Herausforderungen aufgestellt sehen und welche Rolle ein bewusster Umgang mit Ressourcen vor Ort spielt. Dafür haben wir unseren langjährigen Location-Partner OutOfOffice interviewt. OutOfOffice bietet nicht nur urban-hippe Locations in einem kreativen Umfeld für B2B und B2C Events in an, sondern verankert auch Nachhaltigkeitsaspekte und -zielsetzungen fest in der Firmenphilosophie. Welche detaillierten Maßnahmen OutOfOffice bislang umsetzt und wie sich zukünftig Events in den Locations in Frankfurt am Main, Stuttgart und München gestalten lassen, verrät uns Managing Director Catrina Lerch im Gespräch.

Was versteht OutOfOffice unter nachhaltigen Events? Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit in den Locations?

Catrina: „Nachhaltigkeit hat bei uns in den Locations einen hohen Stellenwert. Als Basis orientieren wir uns an den Säulen: ökologisch, ökonomisch und sozial. Unser Ziel ist es, diese in Balance zu halten.”

Gibt es bereits gezielte Maßnahmen bei euch, um ein Event nachhaltig umzusetzen? Wenn ja, wie sehen diese Maßnahmen aus?

Catrina: „Wir sind klimaneutral zertifiziert, das heißt im Detail, dass wir zum einen CO2 reduzieren und, da wo es nicht vermeidbar ist, auszugleichen. Wie wir das in die Tat umsetzen? Wir reduzieren die Emissionen, die wir können und wo wir können, beispielsweise durch Ökostrom und mehr vegetarische Gerichte. Zum anderen gleichen wir CO2 aus, indem wir alle unvermeidbaren Emissionen über international anerkannte Klimaschutzprojekte aus dem ClimatePartner Portfolio (z.B. Sauberes Trinkwasser in Indien und Bäume pflanzen in Deutschland) abdecken. 

Außerdem arbeiten wir mit ausgewählten, nachhaltigen Dienstleister:innen zusammen. Vom Caterer, über Ökostrom bis hin zu regionalen, fair produzierten Lebensmitteln legen wir hohen Wert auf zertifizierte ökologische Standards. Zudem sind wir gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen und bemühen uns nach und nach in allen Locations barrierefreie Wege anzubieten.”          

Hat die Pandemie nachhaltiges Denken und Handeln verstärkt? Gibt es bestimmte Trends, beispielsweise aus Gesprächen mit Kund:innen, die du beobachten kannst?

Catrina: „Nein, wir haben uns das von Anfang an zum Grundsatz gemacht. Das spiegelt sich auch in unserer Philosophie und unseren Unternehmenswerten wieder. Unsere Kund:innen fordern nicht aktiv Nachhaltigkeit ein, sind aber begeistert, wenn wir sie darüber informieren, was wir tun.”

Hast du Tipps für eine nachhaltige digitale Eventgestaltung? Habt ihr diesbezüglich Ideen entwickelt und Initiativen ergriffen?

Catrina: „Wir glauben, dass nachhaltige Events eher physisch, als digital sein müssen, vor allem vor dem Hintergrund unserer drei Säulen ökologisch (Stromverbrauch digitaler Endgeräte), ökonomisch (Einkommen, geregelte Vergütung) und sozial (u.a. Gesundheitsschutz etc.). Was wir aber anbieten sind hybride Veranstaltungen, um Abteilungen eines Unternehmens global auf smarte Art und Weise zu verbinden. Im gleichen Zuge werden unnötige Flugreisen reduziert und in Zeiten einer Pandemie können Tagungen trotzdem stattfinden. Hybride Eventformate wollen wir daher auch langfristig unseren Kund:innen anbieten.”

Unser Ziel ist es, unsere drei Basis-Säulen – ökologisch, ökonomisch und sozial – stets in Balance zu halten”. (Catrina Lerch, Managing Director OutOfOffice)

Würdet ihr zukünftig eher kleinere Events statt Massenveranstaltungen realisieren?

Catrina: „Wir setzen schon seit Beginn auf kleine Events, denn wir wollen eine familiäre Atmosphäre schaffen, in der man sich wie zuhause fühlt. So kann sich die Kreativität in einer angenehmen Gruppengröße optimal entfalten. Im OutOfOffice München und in Frankfurt am Main Westend haben wir Raum für max. 50 Personen, in Stuttgart laden wir bis zu 60 ein. Dazu bieten wir ordentlich Platz auf großen Flächen und mit viel frischer Luft, um so richtig durchstarten zu können. Gute Strategien, PR-Veranstaltungen, Blogger-Events oder Fashion Shows und schöne private Feiern, wie Hochzeiten oder Geburtstage brauchen ein gebührendes Ambiente, aber auch Individualität und ein Stück Intimität.”

Vielen Dank an Catrina Lerch für den spannenden Input zu den nachhaltigen Visionen der OutOfOffice Locations. Sie haben Fragen oder Anregungen zum Thema Micro Events und Nachhaltigkeit oder wollen uns von Ihren Strategien und Innovationen erzählen? Schreiben Sie uns gern eine Mail oder hinterlassen Sie einen Kommentar.